Und in der Frühe, als es noch finster war, stand Jesus auf, ging hinaus und begab sich an einen einsamen Ort, und dort betete er (Markus 1, 35). – Im Gebet setzt sich Jesus in mehrfacher Hinsicht von der Normalität ab: Es ist noch finstere Nacht, er zieht sich von den Menschen zurück und tut scheinbar nichts. Das Gebet wurde und wird ja meistens in einer Körperhaltung verrichtet, welche zur Untätigkeit zwingt: kniend und mit gefalteten Händen. Das trägt gewiss zur Konzentration bei, ist aber zugleich Ausdruck dafür, dass auch abseits vom menschlichen Gestaltungsdrang viel Entscheidendes geschieht. Das war über viele Jahrhunderte eine Selbstverständlichkeit – bis eini ...