Meist zeichnen sich erfolgreiche Unternehmer dadurch aus, dass sie mehr bieten als die Konkurrenz. Giorgio Armani war die Ausnahme, die die Regel bestätigte – er setzte auf weniger.
Sein grosser Wurf, der Entwurf, der ihn Anfang der 1980er Jahre auf die Karte der erst spärlich bevölkerten italienischen Modemarkenlandschaft setzte, war die sogenannte Dekonstruktion des Jacketts. Was höhergehängt tönt, als es ist: Er liess Schulterpolster weg, verzichtete auf eng gearbeitete Taillen und breite Revers mit scharfen Falten. Seine Stücke oft in Beige oder Grau für Männer, die aber auch Frauen mochten, waren eine Mischung aus Jacke und Hemd. Oder, poetischer, im Grunde formel ...