Ach Gott! Noch ein Essay zur Schweiz, als ob es deren nicht schon genug gäbe! Ich höre schon den Seufzer. Und – gibt es zur Schweiz überhaupt noch etwas Positives zu sagen? Nein, das sollte man besser unterlassen, meinte der britische Historiker Tony Judt im Leibblatt der linksliberalen Trendsetter, in der New York Review of Books. Die Schweiz heutzutage zu rühmen, sei hoffnungslos; das sei so, als ob man ein Loblied aufs Zigarettenrauchen anstimmte. Und der luzide Intellektuelle, den es Jahr für Jahr nach Mürren ins Berner Oberland zog, tat es 2010, in seinem letzten Lebensjahr, trotzdem.
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