Bern
Es war eine Weltneuheit, die das Schweizer Fernsehen am 30. März in der Hauptausgabe der «Tagesschau» exklusiv verkündete. Rund 8000 Muslime hatten am Vortag das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert. Aufgrund der Nachfrage mussten sie ins Zürcher Hallenstadion ausweichen, wo sie, Männer und Frauen getrennt, beteten. «Fastenbrechen im Hallenstadion, das gab’s noch nie», sagte die Stimme aus dem Off. Sie klang so, als wolle sie den Bericht zur Hauptsendezeit journalistisch-objektiv begründen und dem Thema die politische Brisanz entziehen. Etwas, was es noch gar nie gab, ist schliesslich immer berichtenswert.
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