Kiew
Die Blaulichtkolonne schwarzer Limousinen pflügt sich durch den Brüsseler Spätnachmittagsverkehr. Eben hat Viktor Orbán, Ungarns Ministerpräsident, dienstältester Regierungschef der Europäischen Union, seinen Antrittsempfang in der Hauptstadt der EU erfolgreich hinter sich gebracht. Und gleich geht’s los. Im hohen Tempo. Seit diesem Montag, 1. Juli, präsidiert Orbán turnusgemäss für ein halbes Jahr den Europäischen Rat der Regierungschefs. Das Gremium ist faktisch das oberste Organ der Europäischen Union, eine Art aktiver Verwaltungsrat, dessen ausführendes Instrument die EU-Kommission sein sollte. Doch seit der Corona-Pandemie, erzählt mir Ungarns Europamin ...