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Darum finden wir nicht den «Richtigen»

Tamara Wernli

Darum finden wir nicht den «Richtigen»

Wenn die Suche nach Mr und Mrs Right oft im Frust endet – und warum es anders sein könnte.

In einer Welt, die zunehmend vernetzt ist und in der es gleichzeitig immer mehr Singles gibt, beginnen viele Menschen das neue Jahr mit dem Vorsatz, einen Partner zu finden. Doch die Suche nach dem Richtigen endet oft im Schlamassel. Interessanterweise ertönt auf beiden Seiten dasselbe müde Stöhnen: Die Herren beklagen, es gebe keine «guten» Frauen, während die Damen bemängeln, dass die Männerauswahl auf dem Markt einer Lotterie gleiche. Nur übersehen beide manchmal Details, die für den Erfolg des matchmaking entscheidend sind.

Illustration: Fernando Vicente
Darum finden wir nicht den «Richtigen»
Illustration: Fernando Vicente

Einige Damen haben so hohe Ansprüche an Mr Right, dass selbst Superman himself nicht mithalten könnte. Es ist legitim, hohe Erwartungen an den Partner zu stellen, doch manche sind unrealistisch hoch. Es gibt Frauen, die haben eine Checkliste, mit der sie die Männer nicht nur nach Einkommen und Status, sondern auch nach Körpergrösse (laut Studien bevorzugen Frauen Männer über 1,80 Meter) und Aussehen scannen. Auch weichen Frauen kaum von ihren Idealvorstellungen ab; kein Wunder also, dass ihr Teich für potenzielle Herzbuben eher wie ein Goldfischglas wirkt – sie schränken sich selbst ein. Möglicherweise hätten sie mehr Erfolg, wenn sie auch mal dem charmanten Typen von nebenan eine Chance geben würden, auch wenn dieser nicht direkt aus einem Rosamunde-Pilcher-Roman stammt.

Dann haben wir moderne Frauen mit Partnerwunsch, die unablässig ihre Unabhängigkeit und ihr Taffsein demonstrieren, als hätten sie eine masterclass in «Ich brauche keinen Mann» absolviert. Und das soll sich nicht negativ auf ihre Interaktionen mit Männern auswirken? Träumt weiter. Männer wollen nun mal gebraucht werden, sie möchten beschützen, das Ritterliche raushängen lassen.

Liebe ist wie ein Tanz, und vielleicht liegt der Erfolg darin, wie wir unsere Tanzpartner auswählen.

Ich glaube, wir sollten uns alle wieder daran erinnern, dass echte Ritterlichkeit immer in Mode ist. Es scheint manchmal, als ob es zwei Extreme gäbe: eine sexualisierte Kultur, die die subtilen Nuancen der Weiblichkeit vernachlässigt, und gleichzeitig das Streben nach Empowerment. Beides ist nicht schlecht, es kommt darauf an, wie man es nutzt. So manche Frauen wirken möglicherweise zu grob und wenig feminin und sind oft im Modus des Beweisens gegenüber Männern – beeinflusst von der modernen Gesellschaft, die uns sagt, wir sollten Männern mit einer starken Haltung begegnen. Dabei sind es gerade Weiblichkeit und Sanftheit, die Männer anziehend finden. Frau sollte Männer einfach Männer seinlassen und selbst Frau bleiben.

Bei den Männern scheint es bisweilen, als hätten sie eine komplette Aversion gegenüber der weiblichen Spezies entwickelt, nachdem sie ein paar negative Erfahrungen gemacht haben. Warum differenzieren, wenn man einfach alle in einen Topf werfen kann? Das Ding ist: Mit dieser Mentalität gesteht man dem anderen Geschlecht nicht zu, dass es eine Beziehung bereichern kann. Und wer möchte schon mit einer solchen Person zusammen sein?

Darüber hinaus mangelt es einigen an Selbstreflexion: Wenn über einen Zeitraum von zwanzig Jahren jede Beziehung scheitert und man von jeder Frau enttäuscht wird, besteht die Möglichkeit, dass das Problem nicht bei den Frauen, sondern bei einem selbst liegt. Es ist suboptimal, alle anderen samt ihren «Ansprüchen» für das eigene Single-Dasein verantwortlich zu machen oder zu denken, man könne nichts daran ändern. Das Partner-Puzzle erfordert nun mal Initiative, auch Anstrengung. Oder eine Kompassneuregulierung bei einem selbst (gilt für Frauen auch).

Männer empfinden manchmal den Druck, finanziell erfolgreich sein zu müssen, das schreckt sie vor Beziehungen und entsprechenden Bemühungen ab, was nachvollziehbar ist. Und ja, Ansprüche können eine Mauer hochziehen, die nicht leicht zu überwinden ist. Aber ich kenne zahlreiche Männer, die kein Schloss gebaut haben oder wie George Clooney aussehen und dennoch in glücklichen Beziehungen mit grossartigen Frauen leben. Nicht alles hängt von den weiblichen Erwartungen ab; manchmal ist das nur eine Ausrede. Es hilft nicht, wenn Männer Frauen für ihr Liebesscheitern verantwortlich machen. Genauso wenig hilft es, wenn Frauen den ganzen Tag über Männer jammern und sich als Opfer sehen.

Liebe ist wie ein Tanz, und vielleicht liegt der Erfolg darin, wie wir unsere Tanzpartner auswählen – die richtigen Schritte im richtigen Takt, egal, ob Frauen oder Männer.

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