Bravouröses «Lückenbüsserbuch»
Robert Musil: Nachlass zu Lebzeiten. Buch und Hörbuch. Sinus. Fr. 49.90
Im Dezember 1935 erschien im Zürcher Humanitas-Verlag ein schmales Bändchen. Es trug den sarkastischen Titel «Nachlass zu Lebzeiten», verfasst hatte es der österreichische Schriftsteller Robert Musil. Dem Bändchen sollte kein Erfolg beschieden sein. Die Pressearbeit des unerfahrenen Verlegers war ungeschickt, das Weihnachtsgeschäft wurde knapp verpasst, und bald schon verbot der Reichsführer der SS das Buch. So musste der gutgemeinte Versuch der Förderer Musils scheitern, dem von Geldsorgen und Schreibhemmungen geplagten Romancier mit einer Sammlung von Texten auf die Beine zu helfen, die in Zeitschriften und Zeitungen bereits zu lesen waren. ...