Bezaubernde Bauchfüssler
Florian Werner: Schnecken. Ein Portrait. Naturkunden, Nr. 20. Hrsg. von Judith Schalansky. Matthes & Seitz. 151 S., Fr. 29.90
Sie sind Todfeinde und feiern doch jeden Frühling mit gleicher Inbrunst das Fest der Auferstehung: die Gärtner und die Schnecken. Für die einen beginnt unter dem Jubel der Vögel und Blüten die köstliche Zeit des Pflanzens und Säens, Rupfens, Bindens, Schneidens, In-der-Erde-Wühlens. Die anderen müssen erst die kleine Kalk-Tür, die ihr Haus seit dem Herbst versperrt, sprengen, bevor sie den Winterschlaf beenden, die Fühler wieder ausstrecken, den Schleimteppich bilden und loskriechen können. Zwei bis sieben Zentimeter pro Minute. Dahin, wo das frische Futter wächst: Rettich, Rhabarber, zarte Salatspitzen. Und dann geht’s gleich ans Vermehren. Als Zwitter sind Schne ...