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Auch Wärmepumpen brauchen einen Ausweis

Digitalisierung macht Effizienz, Lebensdauer und Wiederverwertung sichtbar. Konsumenten, Behörden und Märkte verlangen den digitalen Produktepass.
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Der digitale Produktepass ist ein Steckbrief mit Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung, Energieverbrauch, Wartung und Recyclingfähigkeit. Ziel ist, den gesamten Lebenszyklus transparent zu machen – welche Materialien eingesetzt werden, wie effizient der Betrieb läuft und was am Ende wiederverwertet werden kann.

Die Treiber sind klar: Konsumentinnen und Konsumenten fordern vergleichbare Informationen, die Regulierung verlangt immer mehr Transparenz. Ein Praxisbeispiel sind Wärmepumpen – zentrale Bausteine der Energiewende. Während Effizienzklassen und CO2-Einsparungen diskutiert werden, bleibt oft offen, wie sich die Qualität und der Zustand einer Wärmepumpe nach Jahren beurteilen lassen.

KEYSTONE/GAETAN BALLY
Neue Transparenz: Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
KEYSTONE/GAETAN BALLY

 

Gezielte Rückgewinnung erleichtern

Mit einem digitalen Produktepass lassen sich technische Daten zu Material, Einsatz und Reparaturen zentral erfassen. So werden Zustand und Restlebensdauer transparent – ein Vorteil beim Wiederverkauf und für das Vertrauen. Auch der Reparaturmarkt profitiert: Ersatzteile können schneller identifiziert und Reparaturen wirtschaftlicher durchgeführt werden.

Wärmepumpen enthalten zudem seltene Erden wie Neodym oder Samarium. Um die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern und die Kreislaufwirtschaft zu fördern, plant die EU, eine klare Kennzeichnung der Magnettypen vorzuschreiben – damit Recyclern die gezielte Rückgewinnung erleichtert wird.

Noch ist der digitale Produktepass nicht für alle Produkte verpflichtend. Erste Pilotprojekte im Bauwesen zeigen aber, wie sinnvoll er ist. Ein belgischer Dämmstoffhersteller entwickelt bereits funktionsfähige Prototypen für seine Isolationsplatten – mit Informationen zu Materialzusammensetzung, Produktionsstandort und Umweltdeklarationen sowie Recyclinghinweise, alles digital abrufbar per QR-Code.

Rechtlich wird der digitale Produktepass ab 2027 für Batterien gelten und dann schrittweise für weitere Produktkategorien eingeführt. Schon vorher dürfte er bei Ausschreibungen ein wichtiges Kriterium werden, da Bauherren damit die Werterhaltung ihrer Gebäude verbessern und die Kosten für Reparatur und Entsorgung senken können.

 

Herausforderung und Chance

Viele Firmen stehen nun vor zentralen Fragen: Welche Daten verlangt die Regulierung, und welche schaffen echten Mehrwert für Kundinnen und Kunden? Wo sind diese Daten heute zu finden – in ERP-Systemen, bei Zulieferern oder in PDFs auf Servern? Und wie lassen sich diese Daten strukturieren, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig Reparatur, Recycling und Rücknahme zu systematisieren?

Wer früh beginnt, Daten und Prozesse zu ordnen, wird schneller konform sein und gleichzeitig Kundennutzen und Markenwert steigern. Denn der digitale Produktepass ist nicht nur ein Kontrollinstrument, sondern auch ein Werkzeug für mehr Vertrauen, Effizienz und Kreislaufwirtschaft.

Der digitale Produktepass bringt neue Transparenz über Herkunft, Qualität und Wiederverwertbarkeit unserer Produkte. Für Unternehmen ist er Herausforderung und Chance zugleich: Wer ihn richtig nutzt, kann zeigen, dass nachhaltige Produkte nicht nur besser fürs Klima sind, sondern auch länger halten, leichter repariert und am Ende wiederverwertet werden können.

 

Bastien Girod ist Partner bei Deloitte Schweiz.

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