Ein Schauspieler ist keine Persönlichkeit. Er ist eine Funktion. Auf dem Höhepunkt seines Könnens stellt er weder das normale Leben dar, noch spiegelt er das Publikum in schmeichelnden Proportionen wider. Er ist dazu da, einen heiklen Punkt im menschlichen Verhalten zu verkörpern, einen Typus Mensch sichtbar zu machen, den die Kultur instinktiv erkennt, doch dem sie lieber nicht persönlich begegnen würde. Das ist, was unter einem Archetyp zu verstehen ist. Kein Kostüm, kein Genre, keine wiederkehrende Rolle, sondern eine wiederkehrende Kraft. Ein Muster des Willens, Begehrens, der Konsequenz, das sich wiederholt, weil es wahr ist. Jeder grosse Schauspieler trägt eine solche Kra ...