Er blieb bis an die Schwelle des Todes ein in die Erinnerung vernarrter literarischer Exorzist. Die immer neu beschworenen «Delirien der Monologe», in denen seine literarischen Geschöpfe sich stellvertretend für ihre Landsleute ihren verdrängten Traumata stellten, liessen ihn nie ganz los. Dass er diese oft in sperrigen, sich der erzählerischen Linearität verweigernden Romanen beschwor, deren Lektüre manche Kritiker als Tortur beschrieben, nahm der 1942 als Nachkomme einer grossbürgerlich-aristokratischen Dynastie in Lissabon geborene António Lobo Antunes gleichmütig zur Kenntnis. Tatsächlich begriff sich der Schriftsteller als Störenfried unter Portugals Schriftstellern, ...