Mein Freund Bruno rief mich aus seinem Auto an. «Ich stehe hier», flüsterte er, «und ich glaube, die Zeit ist stehengeblieben.» Bruno stand, wie sich herausstellte, an einer Ampel – oder einem Lichtsignal, wie wir in der Schweiz sagen, weil wir dem Ding eine gewisse Intelligenz unterstellen. Eine Ampel ausserhalb der Stadt, eine Kreuzung für Fuchs und Hase. Die Ampel war rot, als Bruno ankam. Sie blieb rot, als er im Radio die Nachrichten hörte. Sie blieb rot, als er danach einen Podcast über die Paarungsgewohnheiten von Nacktmullen zu Ende hörte. Und sie war immer noch rot, als er anfing, mit dem Finger Muster in den Staub auf dem Armaturenbrett zu malen.
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