Buss- und Bettage sind in der Menschheitsgeschichte oft anzutreffen. Den biblischen Knotenpunkt findet man in Levitikus 16, wo der grosse Versöhnungstag angeordnet wird, den die Juden nach wie vor als Jom Kippur feiern. Seitdem der Tempel im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer zerstört wurde, tun sie es ohne Tempel und ohne Sündenbock. Ein kurzer Blick auf das Wort kippur und das Verb kipper lohnt sich: Es heisst «bedecken» und wird in verwandten Sprachen für Abdeckungen mit Pech oder Asphalt gebraucht. Etwas Unschönes wird überdeckt und damit getilgt. Das ist Sühne und Versöhnung. Modernes Denken ruft nach Aufdeckung, und das ist manchmal richtig. Aber nicht alle alten Rechnung ...