Zwei Wölfe näherten sich in Elm einem Vierjährigen bis auf wenige Meter. Glarner Eltern sind äusserst beunruhigt und verstehen die Behörden nicht
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Zwei Wölfe näherten sich in Elm einem Vierjährigen bis auf wenige Meter. Glarner Eltern sind äusserst beunruhigt und verstehen die Behörden nicht

Diesen Schreckensmoment wird eine Familie nicht so schnell vergessen: Am Donnerstag, 23. Januar, um zehn Uhr morgens begab sich eine junge Bäuerin aus Elm mit ihrem vierjährigen Sohn und der zweijährigen Tochter zu ihrer Stallung, um nach den Tieren zu sehen. Während sie sich mit einer Kollegin und der Schwiegermutter unterhielt, spielten die Kinder wie immer beim Stall.

Zwei Wölfe näherten sich in Elm einem Vierjährigen bis auf wenige Meter. Glarner Eltern sind äusserst beunruhigt und verstehen die Behörden nicht

Der Sohn rutsche im Schnee den Hang hinunter. Um elf Uhr bemerkte die Mutter, dass fünfzig Meter oberhalb ihres Sohnes zwei Wölfe standen. Sie schrie in grösster Angst so laut sie konnte. Auch die anderen Frauen schrien jetzt und rannten in Richtung der Wölfe. Der Vierjährige sprang voll panischem Erschrecken auf und rannte den Frauen schreiend entgegen.

Zum riesigen Schock der Beteiligten näherte sich jetzt einer der Wölfe dem Kind bis auf dreissig Meter. Trotz des weiteren Schreiens zeigten beide Wölfe keinerlei Furcht vor den Menschen. Doch die Angst der Frauen um den Knaben war unermesslich.

Erst als der Sohn in den Armen der Mutter lag, kehrte der Wolf um. Alle Beteiligten erlebten das Ereignis als wahren Albtraum. Laut Bericht der Mutter sagte ihr der Vierjährige: «Der Wolf hat mir in die Augen geschaut, sie sind gross und gelb, das ist ein böses Tier.»

Die Mutter durchlitt Todesängste. Nicht auszudenken, wenn sie die Szene nicht zufällig beobachtet hätte und einige Minuten zu spät gekommen wäre. Da stellt sich die Frage, ob sich unsere Bergbewohner wirklich mit einem Gewehr bewaffnen müssen und ob ihre Kinder nicht mehr unbeschwert im Freien spielen dürfen.

Es zeigt sich, dass die Wölfe kaum mehr eine Scheu vor den Menschen kennen. Die Mutter fragt sich, ob wirklich ein unschuldiges Kind sein Leben lassen muss, bevor die Gesellschaft zur Vernunft kommt. Sie kann nur hoffen, dass ihr kleiner Sohn dank seinem kindlichen Gemüt kein Trauma davonträgt.

Wenn die Bewohner von Bergtälern zur Selbstjustiz greifen müssten, wäre dies ein Rückschritt um Jahrhunderte. Es gibt gute Gründe, warum unsere Vorfahren die Wölfe nicht geduldet haben. Es handelt sich nun einmal um Raubtiere, die unter Umständen auch Menschen angreifen.

Dieser Zwischenfall vom Donnerstag sorgt im glarnerischen Sernftal für Gesprächsstoff und beunruhigt die dortige Bevölkerung. Vor allem Eltern verstehen nicht, dass die zuständigen Instanzen bei Bund und Kanton die Gefährlichkeit der Wölfe immer wieder herunterspielen.

Die Behörden, welche die mittlerweile erheblichen Wolfspopulationen hegen und pflegen, gehen ein grosses Risiko ein. Sollte einmal etwas wirklich Schlimmes geschehen, tragen sie die Verantwortung.

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