Die Schweizer Privathaushalte müssen sich auf eine spürbare finanzielle Belastung einstellen, da die militärischen Konflikte am Persischen Golf die Lebenshaltungskosten in die Höhe treiben. Unter dem Strich ergibt sich für einen durchschnittlichen Haushalt eine zusätzliche Belastung von rund 1700 Franken. Zu diesem Schluss kommt der ETH-Forscher Cyril Brunner in einer Analyse für den Tages-Anzeiger, in der er die massiven Preissprünge bei fossilen Energieträgern hochgerechnet hat. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten für den Import von Öl, Gas und Treibstoffen auf 4 bis 5 Milliarden Franken pro Jahr, was die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Landes auf die Probe stellt.
Salvatore Di Nolfi/Keystone
Der Preisschock bei den Importen wirkt wie Sand im Getriebe der gesamten Konjunktur und führt zu einem prognostizierten Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 0,3 Prozent. Seit Beginn der Militärschläge vor drei Wochen hatte sich Erdöl um etwa 60 Prozent verteuert, was eine Kettenreaktion bei Benzin, Diesel und vor allem Heizöl auslöste, dessen Preis von 100 auf 150 Franken pro 100 Liter kletterte.
Besonders tief müssen Verbraucher zudem beim Kerosin in die Tasche greifen, da dieses den grössten Einzelposten der Mehrausgaben bildet. Brunner ordnet diese Entwicklung als deutliches Warnsignal für die Achillesferse der Schweiz ein: die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Energien, die das Land anfällig für geopolitische Erschütterungen macht.
Während die Strompreise bisher stabil geblieben sind, zeigt die aktuelle Lage, dass jene, die bereits auf erneuerbare Systeme oder Elektromobilität umgestiegen sind, vom gegenwärtigen Preisschock weitgehend verschont bleiben.