Von der vermeintlichen Sensationsaffäre bleibt von Tag zu Tag weniger übrig. Die Titelstory des Spiegel rund um die Schauspieler Christian Ulmen und Collien Fernandes und angebliche Deepfakes könnte sich als Übertreibung des Jahres herausstellen und dem Nachrichtenmagazin juristischen Ärger eintragen.
Dabei braucht der Spiegel dringend Aufwind. In den letzten dreissig Jahren hat sich die Auflage des Blattes halbiert. Einst wurden jede Woche weit über eine Million Exemplare abgesetzt, nun sind es noch rund 600.000.
Die Redaktion reagiert darauf allerdings nicht mit journalistischen Höchstleistungen und echten Enthüllungen, um Leser zu gewinnen, sondern bleibt unbelehrbar. Ein Beispiel dafür ist ein aktueller Beitrag von «Spiegel TV» über eine Corona-Demonstration in Berlin.
Dort forderten Kritiker der Corona-Politik sechs Jahre nach dem Beginn dieser Zeit endlich eine Aufarbeitung. Anlass dafür gibt es mehr als genug. Viele der einstigen Behauptungen der Politik sind längst widerlegt, vom Ausmass und Gefahr der angeblichen Pandemie über die Notwendigkeit der Massnahmen bis zur Wirksamkeit der Impfung.
Beim Spiegel hat man das alles aber offenbar nicht mitgekriegt. «Comeback der Coronaschwurbler» lautet der Titel der Reportage. Die Kritiker werden als «hartgesottene Corona-Leugner» bezeichnet, ihre Aussagen als «verschwurbelte Ansichten». Als hätte es Enthüllungen wie die Leaks aus dem Robert-Koch-Institut nie gegeben.
Dass es vielen Journalisten schwerfällt, ihr eigenes Versagen in der Corona-Zeit zuzugeben, mag menschlich einleuchten. Aber bis heute von «Corona-Leugnern» zu sprechen und diejenigen zu diffamieren, die in vielem recht behalten haben, ist nur schwer zu ertragen.