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Zu Putins Pressekonferenz: Wie geht es der russischen Wirtschaft wirklich? So viel vorweg: Sie ist nicht kollabiert

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Zu Putins Pressekonferenz: Wie geht es der russischen Wirtschaft wirklich? So viel vorweg: Sie ist nicht kollabiert
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Wladimir Putin hat seine ureigene Perspektive auf sein Land und dessen Wirtschaft. Er schildert sie bei seiner traditionellen vierstündigen Pressekonferenz jetzt so: 1 Prozent Wachstum 2025? Das sei bewusst gewählt, um die Inflation zu zähmen. Alles im Griff. Seine Geschichte heisst: Stabilität vor Tempo. Langsamkeit als Tugend. Qualität statt Geschwindigkeit.

© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Russian President Vladimir Putin during the meeting with US president Joe Biden at the US - Russia summit in the library of the Villa La Grange, in Geneva, Switzerland, Wednesday, June 16, 2021
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Um das magere Jahr aufzuhübschen, greift Putin tief in die Statistik: Drei Jahre zusammengenommen ergaben fast 10 Prozent Wachstum. Mehr als in der Euro-Zone. Und locker mehr als Deutschland. Russland habe sich trotz Krieg und Sanktionen besser geschlagen als der Westen. Das klingt nach Stärke. Es ist aber auch Rechenkunst.

Denn selbst in der perfekt inszenierten Pressekonferenz blitzt kurz die Realität auf: Bürger klagen über teureres Essen. Putin antwortet nicht mit Zahlen, sondern mit Alltag: Wer viel Fleisch kaufe, spüre die Preise stärker. «Und das ist natürlich nichts Gutes», räumt er ein. Kein PR-Satz, sondern Küchentisch. Selten genug in einem Format, das Kritik nur gefiltert zulässt.

Ausserhalb des Kreml fällt das Urteil anders aus. IWF und Weltbank sehen den Boom von 2024 als Strohfeuer. 4 Prozent Wachstum waren das – vorbei. Danach: 0,6 Prozent, dann 1 Prozent. Putins Zahl, ja. Aber mit anderer Bedeutung. Nicht als Beweis von Kontrolle, sondern als Grenze des Machbaren.

Der Leitzins von 16 Prozent ist der Beleg. Wer entspannt wächst, braucht keinen solchen Betonklotz am Fuss. Wer so bremst, fürchtet die Inflation. Selbst die russische Zentralbank warnt vor neuem Preisdruck. Souverän klingt anders. Deutsche Institute sprechen offen von Kriegsökonomie. Wachstum aus Staatsgeld, Rüstung, Logistik. 140 Milliarden Euro für Verteidigung, bis zu 8 Prozent des BIP. Das ist postsowjetischer Rekord.

Wie geht es der russischen Wirtschaft wirklich? Sie ist nicht kollabiert. Sie arbeitet. Sie liefert. Sie zahlt – vor allem im Militär- und Staatssektor. Auf der anderen Seite belasten hohe Zinsen, zähe Inflation im Alltag, schwächerer Handel, schlechtere Investitionsbedingungen und ein Arbeitsmarkt, der durch Krieg, Rekrutierung und Abwanderung ausgedünnt ist. Russland läuft 2025 nicht wie ein Marathonläufer in Bestform. Es läuft wie jemand, der sich mit Schmerzmitteln über Kilometer rettet.

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