Vom «Zoll-Deal der Milliardäre» war kürzlich zu lesen. Wer nun denkt, dass wieder einmal Jusos, SP oder Grüne die Vereinbarung zwischen der Schweiz und den USA schlechtreden, liegt falsch.
Der Ausdruck stammt nicht aus einem Flugblatt der Jungsozialisten, sondern aus der NZZ am Sonntag.
Dass nun auch das freisinnige Traditionsblatt offenbar findet, Reichtum sei an sich verdächtig, spricht Bände. Für eine Zeitung, die historisch als Stimme der Schweizer Wirtschaft galt, ist das ein bemerkenswerter Stilbruch.
Tatsächlich waren es führende Unternehmer, die bei Trump vorsprachen. Ja, das wirkt unkonventionell. Aber es war Ausdruck pragmatischer Realpolitik in einer Situation, in der die klassischen diplomatischen Kanäle kaum Wirkung zeigten. Die Schweiz hat schon oft mit ungewöhnlichen Mitteln ihre Interessen verteidigt. Dies nun als «Milliardärsdeal» abzustempeln, unterschlägt den Kern: Es ging um die Sicherung ganzer Branchen – nicht um private Launen reicher Herren.
Warum die NZZ nun die Neidkarte spielt, bleibt unverständlich. Sie riskiert damit, ihre Rolle als nüchterne Stimme der Vernunft zu verlieren – und sich in eine Debattenlogik zu manövrieren, die sie früher selbst scharf kritisiert hätte.