In Zürich sorgt eine neue Petition für Aufsehen: Unter dem Schlagwort #Zexit wird die Abspaltung der Stadt vom Kanton gefordert. Zürich solle künftig als eigenständiger Halbkanton auftreten – mit eigener Vertretung in Bundesbern und losgelöst von der «bürgerlichen Dominanz» im kantonalen Parlament.
Als Anlass nennt der anonyme Initiant – laut 20 Minuten ein ehemaliger grüner Kantonsrat – den wachsenden Graben zwischen Stadt und Land, der sich bei Abstimmungen wie zur Mobilitätsinitiative erneut gezeigt habe. Dort stimmten die Städte Zürich und Winterthur gegen die Vorlage, während sich im Rest des Kantons eine Mehrheit fand. Ähnlich verliefen frühere Entscheide zur Prämienverbilligung oder zur Vorkaufsinitiative.
Die Petition versteht sich ausdrücklich als «Diskussionsimpuls» und fordert den Zürcher Stadtrat auf, eine umfassende Auswirkungsanalyse einer möglichen Abspaltung vorzunehmen – rechtlich, politisch und finanziell. Auch die Folgen für zentrale Bereiche wie Polizei, Bildung und Justiz sollen beleuchtet und öffentlich gemacht werden.
Unterstützt wird die Petition nicht offiziell von einer Partei. SP-Gemeinderat Pascal Lamprecht, der selbst eine ähnliche Idee eingebracht hat, spricht von einem «Hilfeschrei» angesichts wiederholter Niederlagen der Stadt bei kantonalen Urnengängen. Der Stadtrat hatte eine solche Analyse bislang abgelehnt.
Wie viele Unterschriften das Anliegen bislang gesammelt hat, ist nicht bekannt. Der Initiant hofft jedoch, dass ein starkes Signal an die Stadtregierung gesetzt werden kann.