Nach einem israelischen Luftangriff auf ein Mediengebäude im Gazastreifen hat das ZDF eingeräumt, dass ein dabei getöteter Techniker der Produktionsfirma PMP Mitglied der Hamas war. Der Mann, Ahmed Abu Mutair, war laut israelischen Angaben Zugführer der Terrororganisation und gehörte den Qassam-Brigaden an. Die entsprechenden Belege seien dem ZDF inzwischen vorgelegt worden, teilte der Sender mit.
Das ZDF hatte die Zusammenarbeit mit der Firma Palestine Media Production (PMP) über Jahre hinweg gepflegt. Nach dem Angriff am 19. Oktober, bei dem Abu Mutair und der Sohn eines weiteren Mitarbeiters ums Leben kamen, sprach der Sender zunächst von einem «Kollegen» und kritisierte den Luftschlag als Angriff auf Journalisten. Chefredakteurin Bettina Schausten sagte damals: «Es ist nicht hinnehmbar, dass Medienschaffende bei der Ausübung ihrer Arbeit angegriffen werden.»
Laut Welt hat das ZDF seine Einschätzung inzwischen revidiert. «Der 37-Jährige, der als Ingenieur für Übertragungstechnik zuständig war, war demnach Mitglied der Terrororganisation Hamas», heisst es in einer neuen Erklärung. Die Zusammenarbeit mit PMP sei bis auf weiteres eingestellt worden. Das ZDF erklärte, es habe keine direkten Kontakte zu dem Mann gegeben. Er war seit 2013 für PMP tätig, die seit 1996 für das ZDF-Studio Tel Aviv arbeitete.