Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Zähnefletschen ehemaliger Friedenstauben: Joschka Fischer plädiert für die europäische Atombombe

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Zähnefletschen ehemaliger Friedenstauben: Joschka Fischer plädiert für die europäische Atombombe
Zähnefletschen ehemaliger Friedenstauben: Joschka Fischer plädiert für die europäische Atombombe
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Aufrüsten mit der «Friedenspartei». Das grüne Urgestein Joschka Fischer legt seine Sicht zur «neuen Weltlage» in einem aktuellen Interview mit dem Tagesspiegel dar, und dabei wird deutlich: Die Grünen und der Frieden – das war einmal. Fischer will die europäische Atombombe. Und beim Wehrdienst wäre er heute natürlich auch dabei. Im Interview sagt er: «Als junger Mann würde ich mich freiwillig melden. Die Zeit ist eine andere. Wir werden bedroht. Wir müssen uns verteidigen.» Auf die Frage: «Auch nuklear?» antwortet der ehemalige Aussenminister der Bundesrepublik mit den Worten: «Ich hielte es für einen grossen Irrtum, wenn Deutschland die atomare Bewaffnung als nationale Herausforderung sähe.»

SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE
ARCHIV - 07
SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE

Mit anderen Worten: Soll sich Deutschland doch die Atombombe besorgen – ob Zwei-plus-vier-Vertrag aus dem Jahr 1990, ob Atomwaffensperrvertrag aus dem Jahr 1975: Was spielt es schon für eine Rolle, dass sich Deutschland vertraglich verpflichtet hat, auf die Herstellung, den Besitz und die Verfügungsgewalt von atomaren Waffen zu verzichten? Neues Spiel, neues Glück, neue Zeit, neue Regeln – Verträge hin, Verträge her. Schliesslich: Da ist doch Russland, das einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt und ganz Europa bedroht – in den Köpfen der Kalten Krieger.

Die Einlassungen Fischers lassen tief blicken. Im Alter von 77 Jahren lässt es sich offensichtlich leicht davon sprechen, wozu man alles bereit wäre, wenn man denn heute – schön theoretisch – jung wäre. Dann hiesse es: Wehrdienst! Selbstverständlich! Während des Golfkriegs 1991 war von Fischer laut Spiegel zu vernehmen, der Vorwurf, sich zu drücken, «ist nicht ehrenrührig, der adelt». Andere Zeit, andere Worte – oder wie? Fischer steht seiner Partei in nichts nach. 1990 hiess es vonseiten der Grünen noch: «Mit uns für ein Deutschland ohne Armee.» Oder in den achtziger Jahren: «Gewaltfreie Verteidigung», «Abrüsten statt nachrüsten», «Keine Atomraketen in Europa». Gewiss: All das ist lange her. Aber etwas Rückbesinnung würde den deutschen Grünen guttun, denn: Für den aktuell grassierenden oliv-grünen Militarismus gibt es keinen Grund – zumindest nicht dann, wenn man Frieden will.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 31.03.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.