60 Prozent der hohen Nachfrage nach Wohnraum seien auf die Zuwanderung zurückzuführen, sagt Martin Tschirren in einem Interview mit den Zeitungen von CH Media. «Die Zuwanderung spielt tatsächlich eine Rolle», sagt der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen.
Tschirren bestätigt damit eine Binsenwahrheit. Während in den letzten zwanzig Jahren mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Schweiz gekommen sind, wurde das Bauland eingegrenzt, etwa durch die Revision des Raumplanungsgesetzes. Das Angebot wird gestutzt, während man die Nachfrage explodieren lässt.
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Die Ursachen für die Wohnungsnot und die hohen Preise sind somit politisch gewollt. Ob diese strukturelle Wohnungsmangellage gemildert wird, indem man die Zuwanderung drosselt, wird sich im Juni zeigen, wenn das Schweizervolk über die 10-Millionen-Schweiz-Initiative abstimmt.
Was in der Zwischenzeit viele begreifen, bleibt für Jacqueline Badran unbegreiflich. Unter wüsten Beschimpfungen aller, die es anders sehen, behauptet die SP-Nationalrätin immer noch, dass die Zuwanderung nicht der Preistreiber im Wohnungswesen sei.
Dabei verweist sie immer auf die Leerwohnungsziffer, die im Jahr 2021 fast so hoch wie noch nie gewesen sei. Damit will sie uns weismachen, dass das Angebot gross genug sei und die hohen Preise nur auf das böse Kapital Profit-getriebener Investoren zurückzuführen seien.
Auch diese Aussage von Badran wurde von der Realität längst widerlegt. Zwischen 2020 und 2025 sei die Leerwohnungsziffer von 1,72 auf 1 Prozent gesunken, teilte das Bundesamt für Wohnungswesen im Februar mit. Eine rasche Änderung sei nicht zu erwarten, das Angebot hinke der Nachfrage hinterher.