Das Bundeswirtschaftsministerium hat zwei PR-Agenturen mit Beratungsleistungen beauftragt. Dies berichtet die Zeit. Demnach beläuft sich das Auftragsvolumen für die Agenturen Scholz & Friends und FGS Global auf bis zu zwölf Millionen Euro.
Die Zusammenarbeit begann laut Bericht im Februar und ist zunächst bis Anfang Februar 2028 angelegt. Eine Verlängerung ist möglich. Das Ministerium erklärte gegenüber der Zeit, Angaben zu Umfang und Vergütung der Leistungen würden «zum Schutz vertraulicher Daten» nicht offengelegt.
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Scholz & Friends war bereits für das Ministerium unter Vorgänger Robert Habeck tätig und arbeitet auch für Unternehmen sowie staatliche Auftraggeber. FGS Global gilt als auf strategische Kommunikation spezialisierte Agentur mit Nähe zur CDU.
Die Beauftragung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Thematisiert wurden unter anderem ihre Verbindungen zum Ludwig-Erhard-Gipfel sowie geschäftliche Aktivitäten ihres Lebenspartners.
Zudem gehört das Wirtschaftsministerium laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion zu den Ministerien mit hohen Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit. In der laufenden Legislaturperiode entfielen rund 46.100 Euro für Friseure und Visagisten auf das Ressort, mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben der Bundesregierung in diesem Bereich.
Nach Angaben des Berichts kam es im Ministerium zudem wiederholt zu vorzeitigen Veröffentlichungen von Gesetzentwürfen. In der Folge seien stichprobenartig E-Mails von Mitarbeitern überprüft worden.