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«Wir werden unseren Wohlstand, wie wir ihn heute kennen, verlieren»: Deutsche Chemie-Industrie warnt vor Folgen des EU-Gasstopps

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«Wir werden unseren Wohlstand, wie wir ihn heute kennen, verlieren»: Deutsche Chemie-Industrie warnt vor Folgen des EU-Gasstopps
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Die Entscheidung der EU, ab 2027 kein russisches Erdgas mehr zu importieren, sorgt in der ostdeutschen Chemieindustrie für scharfe Kritik. Martin Naundorf, Vertriebsleiter der Infraleuna GmbH, warnt vor einem «verknappten Angebot» und fehlenden Alternativen. Besonders für energieintensive Unternehmen bedeute der Importstopp steigende Preise und eine Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit.

HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE
«Wir werden unseren Wohlstand, wie wir ihn heute kennen, verlieren»: Deutsche Chemie-Industrie warnt vor Folgen des EU-Gasstopps
HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE

«Wir sind Weltmeister im Ausstieg aus bestimmten Energieformen», sagte Naundorf laut der Süddeutschen Zeitung. «Ich vermisse die Auskunft oder die Entscheidung, woher wir die Energie, die wir nun mal brauchen, beziehen.» Der Leuna-Standort zählt mit einem Verbrauch von vier bis fünf Terawattstunden Erdgas jährlich zu den grössten industriellen Abnehmern in Ostdeutschland. Das entspricht etwa zwei Dritteln des Gasverbrauchs aller privaten Haushalte in Sachsen-Anhalt.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte die EU ihre Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen stark reduziert. Zwar kommen laut Naundorf noch rund 20 Prozent des europäischen Gasbedarfs aus Russland – mittlerweile überwiegend in Form von Flüssiggas –, doch Brüssel strebt einen vollständigen Ausstieg an. Für Naundorf ist das eine «politische Entscheidung», die den Industriestandort Europa gefährde. Die erneuerbaren Energien seien wichtig, ersetzten aber nicht die bislang eingesetzten grundlastfähigen Kraftwerke wie Kernenergie oder Kohle.

Ohne zusätzliche verlässliche Energiequellen werde es über kurz oder lang zu einer Abwanderung der Industrie kommen, so Naundorf: «Wir werden unseren Wohlstand, so wie wir ihn heute kennen, verlieren beziehungsweise einschränken müssen, wenn wir diese Entscheidung konsequent weiter vollziehen».

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