In seiner ersten Neujahrsansprache ruft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Bürger zu mehr Vertrauen in den Staat, in Zusammenhalt und Zuversicht auf. Trotz globaler Krisen, wachsender Unsicherheit und geopolitischer Spannungen betont Merz: «Wir leben in einem sicheren Land.»
Angesichts des Ukraine-Kriegs, russischer Drohungen und einer sich verändernden US-Aussenpolitik stellt Merz klar: «Wir sorgen für unsere Sicherheit.» Deutschland müsse sich unabhängiger aufstellen, seine Abschreckungsfähigkeit erhöhen und mehr Verantwortung für den eigenen Schutz übernehmen. «Täglich wird auch Deutschland von Sabotage, Spionage und Cyberangriffen überzogen», warnt er.
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Gleichzeitig setzt Merz auf wirtschaftlichen und sozialen Reformkurs. Er verteidigt die Abschaffung des Bürgergelds und kündigt weitere grundlegende Veränderungen im Sozialstaat an. Die Gesellschaft altere, geburtenstarke Jahrgänge gingen in Rente – nun gelte es «alle Generationen fair in Einklang zu bringen».
Mit Blick auf die Wirtschaft kritisiert Merz «hausgemachten Reformstau» und kündigt an, die Wettbewerbsfähigkeit durch Bürokratieabbau stärken zu wollen. «Deutschland wird den Ertrag der Reformen ernten, auch wenn das eine gewisse Zeit benötigt», so der Kanzler.
Merz’ Rede ist zugleich ein Appell an die politische Mitte: Man solle sich nicht von «Angstmachern» und «Schwarzmalern» verunsichern lassen. Er warnt vor politischen Kräften, die Unsicherheit instrumentalisieren, und wirbt für Vertrauen in demokratische Institutionen.
Auch in der Migrationspolitik setzt Merz klare Akzente: Deutschland entscheide wieder «selbst darüber, wer in unser Land kommt und wer unser Land wieder verlassen muss». Illegale Migrationsrouten seien geschlossen, legale Zuwanderung gezielt ermöglicht worden. «Humanität und Ordnung sind zwei Seiten derselben Medaille.»
2026 könne, so Merz, «ein Jahr des Aufbruchs» werden – wenn Deutschland den Mut finde, sich auf seine Stärken zu besinnen.