Nach der militärischen Intervention der Vereinigten Staaten in Venezuela und der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro übt sich Brüssel in auffälliger Zurückhaltung. Von einer Verurteilung oder gar Sanktionen gegen Washington fehlt bislang jede Spur – stattdessen heisst es aus der EU-Kommission, man beobachte die Lage «sehr genau».
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte auf der Plattform X: «Wir beobachten die Situation in Venezuela sehr genau. Wir stehen an der Seite des venezolanischen Volkes und unterstützen einen friedlichen und demokratischen Übergang. Jede Lösung muss das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen respektieren. Gemeinsam mit der Hohen Vertreterin @kajakallas und in Abstimmung mit den EU-Mitgliedstaaten sorgen wir dafür, dass EU-Bürger im Land auf unsere volle Unterstützung zählen können.»
Flankiert wurde von der Leyens Statement durch Äusserungen der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas. Auch die Estin sprach sich für eine friedliche Übergangsphase aus, erinnerte an das mangelnde demokratische «Legitimität» des Maduro-Regimes. Ein diplomatischer Affront gegenüber Caracas? Kallas stellte lediglich klar, dass «unter allen Umständen die Prinzipien des Völkerrechts respektiert werden» müssten. Eine Verurteilung der US-Militäraktion blieb jedoch auch in ihrem Fall aus.