US-Vizepräsident J. D. Vance hat eine langjährige militärische Verwicklung der Vereinigten Staaten im Nahen Osten ausgeschlossen. «Die Vorstellung, dass wir jahrelang in einen Krieg im Nahen Osten ohne absehbares Ende verwickelt sein werden – dafür gibt es keinerlei Chance», sagte Vance in einem Interview mit der Washington Post.
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Militärische Schläge gegen den Iran blieben für Präsident Donald Trump eine Option, erklärte Vance. Ziel könne es sein, «sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt». Zugleich betonte er: «Ich denke, wir alle bevorzugen die diplomatische Option.» Entscheidend sei letztlich, «was die Iraner tun und was sie sagen».
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurden in Genf fortgesetzt, ohne dass eine Einigung erzielt wurde. Parallel dazu bauten die USA ihre Militärpräsenz in der Region massiv aus. Es handelt sich um den grössten Aufmarsch seit mehr als zwei Jahrzehnten, also seit der Phase vor Beginn des Irakkriegs 2003.
Vance, der als Marine im Irak diente, bezeichnete sich erneut als «Skeptiker gegenüber ausländischen Militäreinsätzen». Zugleich warnte er vor falschen Lehren aus früheren Interventionen. «Nur weil ein Präsident einen Militäreinsatz vermasselt hat, heisst das nicht, dass wir uns nie wieder auf einen militärischen Konflikt einlassen können», sagte er.
Innerhalb der Republikanischen Partei verschärft sich der Streit über den künftigen Kurs im Nahen Osten und das Verhältnis zu Israel. Vance sprach sich für eine offene Debatte im konservativen Lager aus.