US-Präsident Donald Trump kündigt einen milliardenschweren Wiederaufbauplan für den Gazastreifen an. Sein neugegründeter Friedensrat habe Zusagen von mehr als fünf Milliarden Dollar erhalten, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social. Das Gremium soll am Donnerstag erstmals in Washington zusammentreten und eine Nachkriegsordnung für die Region vorbereiten. Neben finanzieller Unterstützung sollen Tausende Einsatzkräfte bereitgestellt werden, um die lokale Polizei zu unterstützen und für Stabilität zu sorgen.
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Während Trump offenliess, welche Staaten finanzielle Hilfe zusagen, meldete das indonesische Militär als erstes Land eine konkrete Beteiligung: Bis zu 8000 Soldaten sollen bis Ende Juni für einen humanitären Einsatz im Gazastreifen bereitstehen. Der «Friedensrat» war im Januar gegründet worden und soll sicherstellen, dass die seit Oktober geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas hält und schrittweise in eine politische Nachkriegsordnung überführt wird. Trump forderte die Hamas erneut auf, ihrer «Verpflichtung zu einer sofortigen und vollständigen Demilitarisierung» nachzukommen.
Der Wiederaufbau Gazas gilt als Mammutprojekt. UN, Weltbank und EU schätzen die Gesamtkosten auf rund 70 Milliarden Dollar. Laut Trump haben «Dutzende Länder» ihre Teilnahme an seinem Gremium zugesagt. Bei der Gründungszeremonie in Davos waren jedoch nur Vertreter von neunzehn Staaten anwesend. Deutschland sowie mehrere europäische Staaten fehlen bislang. Israel hat seinen Beitritt bereits erklärt. Wie viele Mitglieder an der ersten Sitzung teilnehmen, liess Trump offen.
Trump deutete an, der Friedensrat könne langfristig Aufgaben übernehmen, die heute bei den Vereinten Nationen liegen. Beobachter sehen darin den Versuch, eine eigene internationale Struktur zu etablieren – parallel zu bestehenden multilateralen Formaten. Für die US-Regierung steht dabei auch die geopolitische Positionierung im Nahen Osten im Vordergrund.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt angespannt. Trotz Waffenruhe dauern Gefechte und Raketenangriffe in Teilen des Gebiets an, während internationale Hilfsorganisationen warnen, dass ein Wiederaufbau ohne politische Stabilität kaum möglich sein wird.