Die AfD bereitet sich offen auf eine Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt vor. Bei einem Treffen der ostdeutschen Fraktionschefs in Magdeburg konkretisierte die Partei ihre Pläne für eine Alleinregierung nach der Landtagswahl 2026, berichtet die Bild-Zeitung. Im Zentrum steht Ulrich Siegmund, der mit 98,3 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt wurde und im Erfolgsfall erster AfD-Ministerpräsident Deutschlands werden könnte.
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Die AfD will in den kommenden Wahlkampf rund 1,5 Millionen Euro investieren – doppelt so viel wie 2021. Parteisprecher Patrick Harr rechnet mit einem Wahlsieg, sofern viele kleinere Parteien an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Bereits bei der Bundestagswahl im Februar erreichte die AfD in Sachsen-Anhalt 37,1 Prozent, bei der Europawahl 2024 waren es 30,5 Prozent – jeweils deutlich vor der CDU.
Neben dem Wahlkampf wurde bei dem Treffen auch die Besetzung von Regierungs- und Verwaltungsstellen vorbereitet. Zwischen 200 und 400 Posten, darunter Minister, Staatssekretäre und Abteilungsleiter, sollen mit Parteitreuen besetzt werden. Harr: «Da sind wir auf die Unterstützung anderer Landesverbände angewiesen.»
Beim Treffen in Magdeburg waren auch folgende AfD-Politiker anwesend: Christoph Berndt (Brandenburg), Nikolaus Kramer (Mecklenburg-Vorpommern), Ulrich Siegmund (Sachsen-Anhalt), Jörg Urban (Sachsen), Björn Höcke (Thüringen) und Oliver Kirchner (Sachsen-Anhalt).