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Wie australische Teenager das Social-Media-Verbot umgehen

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Wie australische Teenager das Social-Media-Verbot umgehen
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Australiens Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wird von vielen Jugendlichen offenbar systematisch umgangen. Zwei Monate nach Inkrafttreten der weltweit ersten entsprechenden Regelung berichten Familien, dass sich für Teenager im Alltag kaum etwas geändert habe. Dies berichtet die FAZ.

Seit dem 10. Dezember dürfen Plattformen wie Tiktok, Youtube oder Instagram Jugendlichen unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr erlauben. Bei Verstössen drohen Bussgelder von umgerechnet rund 28 Millionen Euro. Premierminister Anthony Albanese erklärte Mitte Januar, 4,7 Millionen Konten von Minderjährigen seien gesperrt oder gelöscht worden. Kinder würden wieder mehr Fahrrad fahren, Bücher lesen und Zeit mit Familie und Freunden verbringen.

ANNETTE RIEDL / KEYSTONE
Teenager am Handy.
ANNETTE RIEDL / KEYSTONE

In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Nach Recherchen und Berichten betroffener Familien nutzen viele 13- bis 15-Jährige ihre Accounts weiterhin oder legen neue an. Häufig würden Geburtsdaten gefälscht oder bei Video-Altersprüfungen Eltern vorgeschoben. Andere liessen sich mit Schminke älter erscheinen. «Alle ihre Freunde haben es geschafft, sich als Sechzehnjährige auszugeben oder ein neues Konto zu eröffnen», berichtet eine Mutter aus New South Wales. «Keiner von ihnen ist tatsächlich 16 Jahre alt.»

Auch Eltern, die das Gesetz grundsätzlich unterstützen, sehen erhebliche Lücken. Der IT-Fachmann Chris Kerr aus Melbourne sagt: «Da ich selbst in der IT-Branche arbeite, weiss ich, dass Kinder Wege finden werden, Dinge zu umgehen.» Seine Frau Stefanie Kerr hält das Verbot zwar für hilfreich in der Erziehung, zweifelt aber an der praktischen Kontrolle. Viele Eltern stünden nun vor der Frage, ob sie den Zugang selbst unterbinden oder stillschweigend tolerieren.

Zudem seien neue Probleme entstanden. Teilweise hätten Kinder durch den Verlust eigener Accounts weniger elterliche Kontrolle, da sie Inhalte nun ohne personalisierte Filter abrufen. Auch entstünden Ungleichheiten, wenn einzelne Jugendliche gesperrt würden, während ihre Klassenkameraden weiter online seien.

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