Die Berliner Grünen fordern eine Ramadan-Beleuchtung auf zentralen Plätzen und Einkaufsstrassen wie dem Kurfürstendamm oder dem Potsdamer Platz. Ein entsprechender Antrag unter dem Titel «Gleichbehandlung jetzt!» wurde ins Landesparlament eingebracht. Ziel sei es, muslimischen Feiertagen eine vergleichbare Sichtbarkeit zu geben wie Weihnachten oder Chanukka, berichtet die Bild-Zeitung.
LANDO HASS / KEYSTONE
Vorbild sei Frankfurt am Main, wo die Stadtverordnetenversammlung bereits 2023 eine dekorative Ramadan-Beleuchtung auf der bekannten «Fressgass» beschlossen hatte. Auch in Berlin leuchtete im März erstmals der Schriftzug «Ramadan Kareem» am Rathaus Tiergarten – eine Aktion, die international Beachtung fand, aber auch Kritik auslöste.
Nach Angaben der Grünen soll sich religiöse Symbolik nicht nur auf «migrantisch geprägte Orte» beschränken, sondern «in der Breite der Gesellschaft Raum finden». Die Finanzierung solle über Sponsoring oder Mittel aus dem Tourismus erfolgen. Der Chef des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, befürwortet die Idee grundsätzlich, lehnt jedoch eine staatliche Finanzierung ab: «Beleuchtung ist keine Staatsaufgabe.»
Der Vorschlag fällt in eine Zeit, in der auch andere Parteien wie CDU und SPD den 15. März als «Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit» etablieren möchten und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Moscheegemeinden fordern. Es geht also nicht nur um Lichterketten, sondern auch um das Symbol einer Gesellschaft im Wandel.