Einer uralten Tradition folgend, wurde nach dem Tod von Papst Franziskus der Petrus-Figur in der Basilika die Tiara abgenommen. Sie wird erst mit der Verkündigung eines Nachfolgers wieder zurückgesetzt, als symbolische Erinnerung an das Jesus-Wort: «Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.»
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Das beschreibt Amt und Auftrag an den, dem die katholische Weltkirche als Stellvertreter Gottes auf Erden ihren Gehorsam schenkt. Einer, der mit einem Bein in der Welt steht und mit dem anderen im Reich Gottes. Deshalb kommt der nun anstehenden Papstwahl eine ungeheure Bedeutung zu.
Mir als Katholiken kam es oft so vor, dass Papst Franziskus mit beiden Beinen in der Welt und ihren Angelegenheiten stand. Anders als sein Vorgänger, der grosse Kirchenlehrer Benedikt XVI., der nicht müde wurde, das Reich Gottes zu beschwören und gegen die Relativierungen der Glaubenswahrheiten zu festigen, ist Papst Franziskus doch sehr in den Sog der linken und menschlich fehlbaren Ideologien der Weltrettung – etwa der grünen Agenda mit ihrem Klimawahn – geraten, und das in einer Zeit, in der das Christentum mit seinen gewaltigen Traditionen besonders im Westen, also in dem, was wir Abendland bezeichnen, unter doppeltem Beschuss steht.
Zum einen sind dem Kirchenvolk, besonders in Deutschland, die Glaubensüberzeugungen abhandengekommen. Die Kirchen sind leer, und ihre Bischöfe sind oft zu Gefolgsleuten woker Agenden geworden. Zum anderen steht die Christenheit unter Beschuss einer durchaus tödlichen islamischen (und glaubensfeurigen) Eroberung.
In dieser prekären Lage ist der katholischen Kirche ein Nachfolger zu wünschen, der die Hacken eingräbt. Einer, der felsenfest das christliche Reich Gottes verkündet, das immer auch ein Gegenentwurf zur Welt ist.
Ja, darin bestehen Gewicht und Geheimnis der Kirche. Predigten, die nichts anderes sein wollen als eine Fortsetzung des Politiker-Gequatsches in der «Tagesschau», sind überflüssig und sinnlos.
Schon als in den stürmischen sechziger Jahren im letzten Jahrhundert der reformbesessene Zeitgeist im Zweiten Vatikanum zuschlug, schrieb der katholische Staatsrechtler Carl Schmitt sarkastisch: «Alles fliesst, sagt Heraklit, und der Stuhl Petri, der fliesst mit.»
Ich wünsche mir den Felsen in der Brandung. Ich wünsche mir einen Papst, den die «Fridays for Future»-Göre Luisa Neubauer nicht als «Verbündeten» verbuchen kann, sondern einen, der sich besinnt auf die grosse Tradition, die zurückgeht auf ihren Gründer, der in seiner Passion zu Pilatus sagte: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.»
Also bitte nach diesem linken Papst einen mit konservativem, also glaubensstolzem Gebetbuch. Eine Richtungsentscheidung, es geht um das Überleben der Kirche.