An den US-Technologiebörsen hat sich binnen weniger Tage ein massiver Wertverfall ereignet: Die Aktien der grossen Tech-Konzerne wie Amazon, Meta, Microsoft oder Nvidia verloren zusammengenommen rund eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung. Auslöser ist nicht etwa ein Kurswechsel bei der Künstlichen Intelligenz, sondern das Ausmass der dafür geplanten Investitionen.
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Laut dem Finanzportal CNBC unter Berufung auf Daten von «FactSet» traf es Amazon besonders hart: Der Kurs stürzte um über neun Prozent ab, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, seine Investitionen im Jahr 2026 auf mehr als 200 Milliarden Dollar hochzuschrauben. Auch die übrigen Branchengrössen planen weiterhin mit gigantischen Ausgaben für Chips, Rechenzentren und Infrastruktur.
Diese Investitionsoffensive löst bei Investoren offenbar weniger Begeisterung als Skepsis aus. Der KI-Boom binde kurzfristig mehr Kapital, als er Erträge liefert, zitiert CNBC Branchenanalysten. Damit stellt sich die alte Frage neu: Wann rentieren sich solche Wetten auf die Zukunft – oder handelt es sich um eine klassische Überbewertung?
Die Nervosität führt derzeit zu einer Umschichtung im Markt. Investoren ziehen Kapital aus Big Tech ab – und setzen stattdessen auf Konsumgüter, Einzelhandel oder kleinere US-Unternehmen mit stabilen Cashflows. Auch Anleihen und Geldmarktfonds profitieren. Während die einst gefeierten Wachstumswerte an Glanz verlieren, erlebt die «Old Economy» ein Comeback.
Der Absturz bedeutet jedoch keinen Systembruch, sondern einen Stimmungsumschwung. Anleger verlangen nach Jahren der Euphorie belastbare Resultate. Die Konsequenz: Wer nur verspricht, wird abgestraft. Wer liefert, gewinnt. Die Gnadenfrist für Big Tech scheint abgelaufen.