Ein paar Verbandsleute aus dem Baugewerbe und links-grüne Politiker machten sich an einer Medienkonferenz diese Woche gegen die Abschaffung des Eigenmietwertes stark. Sie behaupten, ohne steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten würden Unterhaltsarbeiten und energetische Sanierungen nicht mehr getätigt.
Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Hausbesitzer weniger Steuern für ihre Liegenschaften bezahlen müssen, bleibt ihnen mehr Geld für Renovationen und den Unterhalt übrig. Mit Abzügen lassen sich keine Unterhaltsarbeiten finanzieren. Zuerst muss Geld erwirtschaftet werden.
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Die Bauwirtschafts-Vertreter verfügen zudem über ein schlechtes Erinnerungsvermögen. Vor 20 Jahren wurde doch ein umfangreiches Steuerpaket an der Urne abgelehnt. Teil dieses Paketes war auch die Abschaffung des Eigenmietwertes. Damals wollte man grössere Unterhaltsarbeiten weiterhin steuerlich abzugsfähig belassen, nicht zuletzt deshalb, weil solche ja auch Mehrwertsteuern abwerfen. Beim damals höheren Zinsniveau konnten die Eigenheimbesitzer noch rund 300 Millionen mehr Zinskosten von ihrem steuerbaren Einkommen abziehen als ihnen Eigenmietwerte angerechnet wurden. Beim Wegfall des Eigenmietwertes und der Zinsabzüge hätten die Eigenheimbesitzer wesentlich mehr Steuern bezahlen müssen. Um die Steuerneutralität der Vorlage zu sichern, sollten damals die erwähnten Abzüge für Unterhaltskosten weiterhin zugelassen werden.
Damals stellten sich die rot-grünen Neidpolitiker gegen die Vorlage, weil sie „befürchteten“, dass dann die Reichen ihre Liegenschaften laufend mit Renovationen und Unterhalt auf dem neusten Stand halten würden. Dass die Bauwirtschaft bzw. ihre Vertreter erneut auf die links-grünen Eigentumsfeinde hereingefallen sind, ist bedenklich. Haben sie vergessen, dass jene, gegen die sie sich nun mit Links-grün ins Bett legen, ihre Kunden sind? Es sind die gleichen Roten und Grünen, die den Immobilienbesitzern mit Mietdeckeln und Enteignungen drohen. Glaubt die Bauwirtschaft allen Ernstes, dass damit die Bauwirtschaft angekurbelt wird?