Vierzig Tote, über hundert Schwerverletzte – doch statt Transparenz herrscht Schweigen: Nach dem verheerenden Brand in einem Nachtklub im Walliser Skiort Crans-Montana geraten Behörden und Betreiber zunehmend in die Kritik. Hinweise auf schwere Sicherheitsmängel verdichten sich, während die Gemeinde bislang keine klare Auskunft zum Zustandekommen der Tragödie liefert.
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Wie das Magazin Der Spiegel berichtet, zeigen Aufnahmen aus dem Klub «Le Constellation» brennbare Akustikschaumstoffe, die beim Kontakt mit Wunderkerzen sofort Feuer fingen. Nur ein einziger, enger Notausgang stand zur Verfügung. Personal hat laut Recherchen versucht, das Feuer notdürftig zu löschen, statt den Klub sofort zu evakuieren. Die Folge: Dutzende Gäste, viele von ihnen jung, konnten nicht rechtzeitig entkommen.
Die Betreiber – ein französisches Wirtspaar – sollen das Lokal 2016 selbst renoviert haben. Behörden betonen deren Kooperationsbereitschaft, dennoch bleiben sie trotz möglicher Mitverantwortung auf freiem Fuss. Unterdessen wurden sämtliche Social-Media-Profile der Bar gelöscht, obwohl sie potenziell relevante Informationen über die Silvesternacht enthalten könnten.
Für besonderes Aufsehen sorgt die Reaktion des Gemeindepräsidenten Nicolas Féraud auf eine schriftliche Anfrage des Spiegels. Auf die kritische Frage, ob etwa Brandschutzvorschriften, Notausgänge, die maximale Belegung eingehalten worden seien, antwortete Féraud: «Wer sind Sie, so etwas zu verlangen! Ich habe den Anstand, Sie nicht so zu behandeln, wie Sie es verdienen, und zwinge mich dazu, Sie darüber zu informieren, dass die Kantonspolizei für die Information der Presse zuständig ist.»
Einzig auf «jährliche oder zweijährliche» Kontrollen wird verwiesen.