Heute läuft die Anmeldefrist für die Nachfolge von FDP-Präsident Thierry Burkart ab. Auf dem Kandidaten-Karussell sassen – wie schon im Vorfeld der Wahl des Mitte-Präsidenten – eine ganze Reihe hochkarätiger potenzieller Kandidaten, die aber nach und nach allesamt absagten.
Es waren dies: Damian Müller, Andri Silberschmidt, Maja Riniker, Christian Wasserfallen, Andrea Caroni und Bettina Balmer.
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Noch aktuell im Rennen sind Susanne Vincenz-Stauffacher, Nationalrätin (SG), Benjamin Mühlemann, Ständerat (GL), Damien Cottier, Nationalrat (NE), Marcel Dobler, Nationalrat (ZH) – und Filippo Leutenegger, Präsident FDP Kanton Zürich. Es sei denn, die Findungskommission zückt am Mittwoch noch einen Überraschungskandidaten aus dem Hut.
Ob die anspruchsvolle Position künftig von einer Person bekleidet wird oder ob sich zwei das Präsidium teilen (Jobsharing), ist so offen wie der Ausgang der Wahlen.
Nun, was aber lässt sich über die verbliebenen Kandidaten sagen?
Der Neuenburger FDP-Nationalrat und Fraktionspräsident Damien Cottier zeigt zwar Interesse, sieht aber eher einen Deutschschweizer in dieser Funktion. Marcel Dobler, CEO und Gründungsmitglied von Digitec Galaxus sowie Nationalrat der FDP St. Gallen, stellt sich zwar zur Verfügung, aber eben nur im Co-Präsidium mit einem Westschweizer Kollegen – der Sprache wegen.
Auf der Kandidatenliste steht auch noch die St. Gallerin, Susanne Vincenz-Stauffacher, die sich ständig dagegen wehren muss, dass man sie als Linke abtut, was aber nicht ganz unbegründet ist. Im Rennen ist auch noch der Glarner Ständerat Benjamin Mühlemann, der sich das Amt zutraut, obwohl er erst seit den Parlamentswahlen 2023 im Ständerat sitzt.
Zu guter Letzt kursiert auch der Name des schweizweit bekannten Zürcher Stadtrats und früheren Fernsehmoderators der SRF-«Arena», Filippo Leutenegger. Ob es ihm ernst ist, weiss man nicht ganz genau. Sein Nachteil dürfte sein, dass er nicht mehr im eidgenössischen Parlament vertreten ist.
Wer von ihnen rettet die FDP, die ein paar schwierige Monate hinter sich hat mit dem Verlust vieler Sitze bei kantonalen Wahlen?
Dem Freisinn droht jetzt wegen der neuen bilateralen Verträge, die parteiintern umstritten sind, eine Zerreissprobe. Als wäre das nicht schon genug, wackelt der zweite Bundesratssitz gewaltig, sollte die Partei bei den Parlamentswahlen 2027 weiter verlieren.
Wer auch immer das Ruder übernimmt, hat eine schwierige Aufgabe vor sich.