Fünf schwer bewaffnete Polizisten verhafteten den britisch-irischen Drehbuchautor Graham Linehan dieser Tage auf dem Londoner Flughafen Heathrow. Gegen Kaution kam der Mann später zwar frei, aber er ist in den Augen der Behörden eine Gefahr für die Gesellschaft.
Sein Verschulden: Er kritisierte im Frühjahr in Tweets, dass sich transsexuelle Männer immer wieder in «Frauenbereiche» begegnen. Unklar war, welche er genau damit meinte. Klar war jedoch, wie die Frauen darauf reagieren sollten: «Ein Tritt in die Eier.»
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Linehan versicherte später, dass sei humoristisch gemeint gewesen. Die Behörden befürchteten jedoch, er könnte nunmehr mit solchen Tritten die britische Männerwelt im wörtlichen Sinn lahmlegen. So liessen sie Linehan wegen dieses «Aufrufs zur Gewalt» verhaften – eine offenkundige Überreaktion.
Das zumindest ist die wohlwollende Interpretation.
Die kritischere Schlussfolgerung sieht den Fall als einen weiteren Versuch, die Meinungsfreiheit in diesem Bereich einzuschränken. Tatsächlich herrscht in Grossbritannien rund um die Transsexualität ein Klima unterschwelliger Repression.
Wer immer sich dazu äussert, muss mit der Einschüchterung einer kleinen, militanten Minderheit rechnen. Das erlebte etwa die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die grundsätzlich Frauen für Frauen und Männer für Männer hält. Sie war denn auch eine der ersten, die sich mit Verve hinter Linehan stellte.
Für diesen ist die Sache nicht ausgestanden. Er steht gerade in London vor Gericht, weil er eine Transgender-Aktivistin oder einen Aktivisten belästigt haben soll.
Wie genau, möchten wir gar nicht wissen.