Die australische Senatorin Pauline Hanson ist für eine Woche vom Parlamentsbetrieb ausgeschlossen worden, nachdem sie am Montag wiederholt mit einer Burka im Senat aufgetreten war. Die Vorsitzende der rechtsnationalen Partei One Nation wollte damit gegen das Verbot ihres Gesetzentwurfs protestieren, der ein öffentliches Tragen des muslimischen Ganzkörperschleiers untersagen sollte. Die Aktion löste parteiübergreifend scharfe Kritik aus, wie der Sender BBC berichtet.
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Die Senatorin aus Queensland hatte zuvor versucht, ein Burkaverbot im Parlament einzubringen. Nachdem ihr Vorstoss scheiterte, kehrte sie in einer schwarzen Burka in den Sitzungssaal zurück – bereits zum zweiten Mal: Schon 2017 hatte Hanson mit einem ähnlichen Auftritt für Aufsehen gesorgt.
Die Reaktionen folgten prompt: Mehreen Faruqi, Senatorin der Grünen und Muslima, bezeichnete Hansons Auftritt als «blanken Rassismus». Ein australisches Bundesgericht hatte 2023 festgestellt, dass Faruqi von Hanson rassistisch diskriminiert worden war – ein Urteil, das derzeit angefochten wird. Die unabhängige Senatorin Fatima Payman nannte die Aktion «eine Schande». Aussenministerin Penny Wong warf Hanson vor, seit Jahrzehnten «Vorurteile als Protest zu inszenieren». Der Senat stimmte mit 55 zu 5 Stimmen für eine formelle Rüge.
Die verabschiedete Resolution kritisiert, Hansons Handeln habe zum Ziel gehabt, Menschen aufgrund ihrer Religion zu verhöhnen und herabzuwürdigen. Ihr Verhalten sei respektlos gegenüber muslimischen Australiern gewesen. Wong ergänzte, Hanson sei «des Amtes einer Senatorin nicht würdig».
In einem Facebook-Post verteidigte Hanson ihren Auftritt mit den Worten: «Wenn sie nicht wollen, dass ich das trage – dann sollten sie die Burka verbieten.» Ihre Haltung zum Islam ist nicht neu: Bereits in ihrer ersten Rede vor dem Parlament 1996 warnte sie, Australien werde von Asiaten «überschwemmt». Später wiederholte sie ähnliche Aussagen mit Blick auf Muslime.