Seit Tagen tobt die Debatte um die Deutschlandfahnen, die in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde aufgehängt worden sind. Lokalmedien berichten von «Entsetzen». Die Bürgermeisterin Birgit Tupat (parteilos) doziert: «Fahnen auf Privatgrund sind unproblematisch. An öffentlichen Einrichtungen geht das gar nicht – erst recht nicht mit rechtem Hintergrund.»
Aha. Fahnen mit linkem Hintergrund wären also schon okay. Das hat man ja auch auf Bundesebene etwa bei der Regenbogenflagge gesehen. Wobei die Deutschlandflagge an Amtsgebäuden etwas ganz anderes ist als die Flagge bestimmter Lobbyorganisationen, die per definitionem nicht politisch neutral sind. Dennoch schwirren hier die Kategorien wild durcheinander.
Bereits wird wegen Schwarz-Gold-Rot ermittelt, diskutiert wird auch, ob der Staatsschutz eingreifen soll oder schon eingegriffen hat, wie Medien melden.
Im Ausland reibt man sich die Augen: Es gibt wohl kein anderes Land der Welt, in dem es als staatsgefährdend gilt, die Landesflagge zu hissen. Die Macher hinter der Aktion wissen das. «Nationalstolz ist kein Verbrechen», schrieben sie. Und trafen prompt den wunden Punkt.