Dank seiner Fernduelle mit Donald Trump wurde der Reggaetón-Interpret Bad Bunny aus Puerto Rico weit über die einschlägige Szene hinaus zu einem Idol, vor allem auch in der Woke-Bewegung. Wie das Wall Street Journal kürzlich berichtete, wird in den USA ein Run auf Spanischkurse verzeichnet. Die Angelsachsen möchten auch verstehen, was ihnen der Hispanic predigt.
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Vielleicht sollten sie das lieber sein lassen. Grosse Enttäuschung droht. Denn erstens verstehen selbst Zeitgenossen spanischer Muttersprache das meiste nicht, was der Puerto Ricaner ins Mikrofon brabbelt, nuschelt, jammert und ächzt. Der unverständliche Slang gehört gerade zum Reiz des Reggaetón. Und würden sie es verstehen, fänden sie rein gar nichts Politisches. Seine Texte sind von einer betäubenden Banalität, dass es schon einer gehörigen Portion Cannabis bedarf, um ihnen einen Sinn zu verpassen.
Was seine woken Fans schockieren, wenn nicht gar traumatisieren könnte: Bad Bunny ist ein unverbesserlicher Macho, der sich damit aufplustert, dass die Frauen, an deren Namen er sich oft nicht erinnern kann («tengo mucha novia»), Schlange stehen, um seinen «Lollipop» zu lutschen und sich von ihm durchvögeln zu lassen. Tja, so ist das Leben, «wenn man einen Zugang zur VIP-Lounch» hat. Solche Motive tauchen in jedem zweiten Song auf. Nix da mit transgender, nonbinär oder divers.
Bad Bunny erinnert ein wenig an die Cumbia «La Colegiala», die seit den 1980er Jahren als Klassiker in der Latinoszene zelebriert wird. Dank einer Werbung von Nescafé wurde der Song 1981 zum Welthit. Zum Glück verstanden die wenigsten den Text. Es ist eine brunftige Ode auf den koketten Lolita-Reiz eines frühreifen Schulmädchens. Schulmädchen-Report, Folge 69 – das waren noch Zeiten! Man stelle sich vor, heute würde eine Weltfirma mit einer Eloge auf die Pädophilie werben.