Während Millionen in der Vorweihnachtszeit durch Geschäfte ziehen oder sich durch Online-Shops klicken, verlagert sich das Einkaufen zunehmend in den virtuellen Raum: Rund zwei Drittel der Konsumenten in wohlhabenden Ländern – und sogar fünf Sechstel der 18- bis 24-Jährigen – planen laut einer Umfrage der Firma Shopify, in diesem Jahr Künstliche Intelligenz (KI) zur Unterstützung beim Geschenkekauf zu nutzen. Wie der Economist schreibt, ist der digitale Einkaufsberater auf dem Vormarsch.
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Chatbots wie ChatGPT analysieren Wünsche, schlagen passende Produkte vor, helfen beim Vergleich – und ermöglichen zunehmend auch den direkten Kauf. Laut einer McKinsey-Prognose könnten bis 2030 weltweit Einkäufe im Umfang von bis zu fünf Billionen Dollar über solche «Agenten» abgewickelt werden. Der Einzelhandel steht vor der nächsten Revolution.
Technologieanbieter und Handelsplattformen rüsten sich entsprechend. Während OpenAI mit Shopify und Etsy kooperiert, um Verkäufe direkt über ChatGPT zu ermöglichen, verfolgt auch Google mit seinen KI-Tools eine Strategie des sogenannten «agentischen Handels». Amazons Reaktion: Blockade. Der Online-Riese will vermeiden, dass Drittanbieter wie OpenAI oder Perplexity seine Daten nutzen – auch, weil Amazon zehn Prozent seines Umsatzes über Werbung generiert.
Paradoxerweise könnten KI-gestützte Shopping-Agenten derweil dem stationären Handel neue Relevanz verschaffen. Shopify zufolge stieg der Anteil jener, die beim Einkaufen persönliche Interaktion schätzen, von knapp über 50 auf 75 Prozent.