Deutschland produziert immer mehr Solarstrom – aber das ist nicht immer eine gute Nachricht. Aufgrund von Überkapazitäten bei gleichzeitig geringer Nachfrage, etwa an Feiertagen im Frühling, kommt es zunehmend zu negativen Strompreisen. In solchen Zeiten wird der Strom nicht nur verschenkt, sondern muss teilweise sogar mit Verlust ins Ausland abgegeben werden. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Branchenexperten.
FILIP SINGER / KEYSTONE
2023 gab es laut Bundesnetzagentur 457 Stunden mit negativen Strompreisen – ein neuer Höchststand. Im Mai lag der Anteil solcher Stunden bei eingespeistem Solarstrom bei 31 Prozent.
Energieökonom Lion Hirth sieht den Grund in fehlenden Batteriespeichern und dem stockenden Ausbau intelligenter Stromzähler: «Seit Jahren kommen wir bei intelligenten Stromzählern nicht voran.» Energiemarkt-Experte Björn Peters fordert bei Bild eine Abschaffung des EEG und kritisiert das neue Solarspitzengesetz als bürokratisch. Stattdessen brauche es «drastische Vereinfachungen» – inklusive Rückkehr zu Kern- und Kohlekraft.