Frankreich könnte gezwungen sein, den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe zu bitten. Das erklärte Finanzminister Eric Lombard in Paris. Die langfristigen Kreditkosten des Landes stiegen auf den höchsten Stand seit 2011. Grund ist die politische Instabilität, die das Land vor die zweite Regierungskrise innerhalb eines Jahres stellt.
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Lombard räumte ein: Es sei «ein Risiko, das vor uns liegt». Ein Risiko, das man vermeiden möchte und vermeiden sollte. «Aber ich kann Ihnen nicht sagen, dass dieses Risiko nicht existiert.» Frankreichs Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr voraussichtlich 5,4 Prozent des BIP erreichen. Die Staatsverschuldung liegt laut IWF-Prognosen bei 116,3 Prozent der Wirtschaftsleistung – ein historischer Höchststand von 3,3 Billionen Euro.
Premierminister François Bayrou steht unter Druck: Nach dem gescheiterten Sparkurs seines Vorgängers Michel Barnier, der im Dezember per Misstrauensvotum abgewählt worden war, kündigte Bayrou ein neues Sparprogramm an. Doch seine geplante Reduktion des Defizits um 1,5 Prozent des BIP könnte ebenfalls scheitern. Am 8. September soll das Parlament über ein Vertrauensvotum entscheiden. Zahlreiche Oppositionsparteien kündigten bereits Widerstand an.