Frankreich kehrt nach fast dreissig Jahren zur Wehrpflicht zurück – zumindest in freiwilliger Form. Präsident Emmanuel Macron will am Donnerstag die Details des neuen Modells vorstellen. Auslöser sei die veränderte Sicherheitslage in Europa, erklärte Macron im Interview mit dem Radiosender RTL: «Russland ist heute viel aggressiver.»
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Der neue Dienst soll zehn Monate dauern und Männern wie Frauen offenstehen. Macron betonte, Ziel sei ein gestärkter «Pakt zwischen Armee und Nation». Ein Einsatz in der Ukraine sei jedoch nicht vorgesehen: «Das ist überhaupt nicht der Sinn dieser Initiative.» Erst nach einem Friedensabkommen und nur mit Berufssoldaten käme eine Entsendung infrage.
Die Pläne sehen laut der französischen Zeitung La Tribune eine Bezahlung von 900 bis 1000 Euro im Monat vor. Im ersten Jahr sollen 2000 bis 3000 Rekruten gewonnen werden, bis 2035 könnten es 10.000 bis 50.000 sein. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf militärischen, sondern auch auf zivilen Kompetenzen – etwa bei Juristen oder Ingenieuren. Frankreich zählt derzeit 205.000 aktive Soldaten und 47.000 Reservisten; bis 2030 sollen Letztere auf 80.000 aufgestockt werden.
Generalstabschef Fabien Mandon hatte zuletzt mit der Aussage für Wirbel gesorgt, Russland bereite sich auf einen Krieg mit dem Westen bis 2030 vor. Macron widersprach: Die Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Die französische Berufsarmee wurde 1996 unter Präsident Jacques Chirac eingeführt.