Die Vereinigten Staaten werden sich mit Ende 2026 zum dritten Mal aus der Unesco zurückziehen. Präsident Donald Trump begründet den Entscheid mit einer angeblich «spaltenden sozialen und kulturellen Agenda» der Uno-Kulturorganisation. Das Aussenministerium erklärte: «Ein weiteres Engagement in der Unesco liegt nicht im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten.»
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Besonders stört Washington die Aufnahme Palästinas, die als Israel-feindlich gewertet wird. Die Sprecherin des Aussenministeriums, Tammy Bruce, kritisierte, dass die Unesco «spaltende Anliegen» fördere. Auch das Weisse Haus äusserte sich ungewohnt scharf: Die Organisation sei zu «woke» geworden, sagte Anna Kelly gegenüber der New York Post.
Für die Unesco dürfte der Schritt keine Überraschung sein. Bereits Anfang 2025 hatte die US-Regierung eine Überprüfung eingeleitet, die auf einen möglichen Rückzug hindeutete. Die Rückkehr zur Unesco 2023 war ein Entscheid der Vorgängerregierung unter Joe Biden gewesen – ein weiterer Grund für den jetzigen Bruch, wie Beobachter vermuten.
Es ist bereits das dritte Mal, dass sich die USA von der Organisation abwenden. 1984 hatte Präsident Ronald Reagan den ersten Austritt veranlasst, 2017 folgte Trump mit ähnlicher Begründung. Bereits 2011 hatten die USA und Israel ihre Zahlungen eingestellt, nachdem die Unesco Palästina als Mitglied aufgenommen hatte.