Wie wird sie wohl ausfallen, die grosse Säuberung in zehn, zwanzig Jahren? Manch eine, wie die Verlegerin Christiane Goetz-Weier, hat ja bereits jetzt vorausschauend die Ehrung mit dem Bayerischen Verfassungsorden abgelehnt, somit kann der Orden später nicht mehr aberkannt werden. Weise! Auch andere Auszeichnungen dürften auf dem Schutthaufen der Geschichte landen, etwa die für Schauspieler, die während Corona fürs Impfen agitiert haben. Vielleicht sollten sie jetzt schon mal mit der Rückgabe beginnen?
Olympia-Film G.m.b.H./Wikimedia Commons
Säuberung der Geschichte im Nachhinein muss verbindlich werden! Man sieht es am wirkungsvollen Aberkennen der Ehrenmedaille der deutschen Filmwirtschaft. «Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) zieht damit Konsequenzen aus einer Studie zur NS-Vergangenheit ihres Führungspersonals und der Preisträger» – als «Korrektur historischer Fehlentscheidungen», immerhin bereits ca. 80 Jahre nach dem Fehler. Das trifft nun 14 Filmgrössen, darunter Leni Riefenstahl, Heinz Rühmann und Olga Tschechowa, die davon im übrigen im Grab nichts mehr erfahren werden.
Damit sowas künftig nicht mehr passiert, wird die Spio künftig «neben Verdiensten um die Filmwirtschaft» auch das «gesellschaftspolitische Engagement für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit» würdigen.
Wir sind gespannt, was sie darunter verstehen wird. Aufforderungen zum Impfen, etwa?