AfD-Chefin Alice Weidel hat der Bundesregierung vorgeworfen, nach der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines untätig geblieben zu sein, und der Ukraine eine Mitverantwortung zugeschrieben. Weidel äusserte sich bei der Eröffnung des AfD-Wahlkampfs für die Landtagswahl in Baden-Württemberg in Heilbronn.
Die Bundesregierung gebe «keinen Mucks ab», obwohl die deutsche Energieinfrastruktur «nachweislich durch einen Ukrainer mithilfe von ausländischen Geheimdiensten» zerstört worden sei, sagte Weidel. Die ausgebliebene Zufuhr von günstigem Erdgas schade ganz Europa, «aber Deutschland am meisten».
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Weidel kritisierte zudem fehlende Aufklärung durch die Bundesregierung und sprach von mangelnder Selbstachtung. Für den Fall einer Regierungsverantwortung kündigte sie an, Rückforderungen zu stellen. Die Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj sollten für die Zerstörung der Pipelines zahlen. «Ein Land, das das tut, ist nicht unser Freund», erklärte sie.
Deutschland habe mehr als 70 Milliarden Euro in die Ukraine investiert und Waffen geliefert. Die AfD werde im Fall einer Regierungsbeteiligung sowohl die gezahlten Milliarden als auch die Kosten für eine Reparatur von Nord Stream zurückfordern, sagte sie.