Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen geplanten Besuch in Deutschland kurzfristig abgesagt. Grund dafür sind nach Angaben aus Regierungskreisen die heftigen Kämpfe in mehreren Regionen Syriens, wie Medien berichten.
Al-Scharaa sollte am Dienstag im Kanzleramt von Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen werden. Im Mittelpunkt der Gespräche sollte die mögliche Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Deutschland stehen. Auch ein Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Gespräche mit Vertretern der deutschen Wirtschaft waren vorgesehen.
epa12659576 Syrian President Ahmed al-Sharaa after signing an agreement at the presidential palace in Damascus on January 18, 2026. President Ahmed al-Sharaa announced that an agreement had been reached with the commander of the predominantly Kurdish Syrian Democratic Forces, which includes a ceasefire. EPA/
Al-Scharaa, ein ehemaliger Dschihadist, war nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 zum Übergangspräsidenten ernannt worden. Zwar gibt er sich seitdem gemässigt, Menschenrechtsorganisationen werfen seiner Regierung jedoch vor, Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen.
Zuletzt eskalierte die Lage insbesondere im Norden und Osten des Landes. Syrische Regierungstruppen gingen nach Berichten massiv gegen kurdische Milizen vor. In der Region Aleppo kam es zu schweren Gefechten um den strategisch wichtigen Tischrin-Staudamm, während in der Provinz Deir ez-Zor mit Damaskus verbündete Kräfte das Conoco-Gasfeld einnahmen. Auch aus Rakka und Hasaka wurden Kämpfe gemeldet.
Al-Scharaa erklärte am Sonntag, es sei eine Waffenruhe mit der kurdisch dominierten SDF-Miliz vereinbart worden.