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WEF-Auftakt in Davos: NGOs warnen wie jedes Jahr vor wachsender Ungleichheit. Falsch, die Armut schrumpft

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WEF-Auftakt in Davos: NGOs warnen wie jedes Jahr vor wachsender Ungleichheit. Falsch, die Armut schrumpft
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Jedes Jahr zum Weltwirtschaftsforum in Davos wiederholt sich das gleiche Ritual: Der NGO-Verbund Oxfam warnt vor wachsender Ungleichheit, zitiert die Weltbank und erklärt steigenden Reichtum zum Beweis eines ungerechten Systems. Die Botschaft ist moralisch wirksam – aber sachlich falsch.

Aktuell heisst es: Rund 3000 Milliardäre besässen 18,3 Billionen Dollar, ihr Vermögen sei seit 2020 inflationsbereinigt um über 80 Prozent gewachsen, während fast die Hälfte der Menschheit in Armut lebe. Viele Medien unterstellen daraus einen direkten Zusammenhang: Reichtum hier bedeute Armut dort. Diese Nullsummenlogik klingt plausibel, ist aber ökonomisch unhaltbar.

© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Protesters attend a demonstration prior the 56th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Sunday, January 18, 2026
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Wohlstand ist kein Kuchen mit fester Grösse, sondern eher ein Hefeteig: Er wächst. Genau das zeigen die gleichen Weltbank-Daten, auf die sich Oxfam beruft. 2020 lebten noch 50,5 Prozent der Weltbevölkerung in Armut, 2025 sind es 45,5 Prozent. In nur fünf Jahren entkamen Hunderte Millionen Menschen der Armut – weltweit. Gleichzeitig stiegen die Vermögen der Reichen. Das ist kein Widerspruch, sondern das Ergebnis von Wirtschaftswachstum.

Auch die extreme Armut ging zurück, von 11,4 auf 10,1 Prozent. Diese Zahl ist sogar nach oben verzerrt: 2025 hob die Weltbank die Armutsgrenze um rund 40 Prozent an. Ohne diesen statistischen Kunstgriff läge der Anteil der extrem Armen heute bei etwa 6,5 Prozent – dem niedrigsten Wert der Menschheitsgeschichte. Vor 200 Jahren lebten rund 90 Prozent der Menschen in extremer Armut.

Dieser historische Fortschritt hat klare Ursachen: nicht Umverteilung oder NGO-Kampagnen, sondern Industrialisierung, Marktwirtschaft und offene Märkte. Überall dort, wo wirtschaftliche Freiheit zunahm – etwa in China, Indien oder Vietnam –, sank die Armut rapide. Sie ging immer dort zurück, wo sozialistische Systeme kollabierten.

Zwischen 2000 und heute fiel der Anteil der extrem Armen von knapp 30 Prozent auf historische Tiefststände, während das Vermögen der Milliardäre stark wuchs. Nach der Nullsummen-Ideologie dürfte das nicht möglich sein. In der Realität ist genau das passiert: mehr Reiche und zugleich weniger Arme.

Das eigentliche Problem ist nicht Oxfam, sondern die mediale Begleitmusik, die die Deutung der NGOs ungeprüft übernimmt. Empörung verkauft sich besser als Statistik. Dabei zeigt die Wirklichkeit etwas anderes: Wirtschaftswachstum macht die Reichen reicher – und die Armen weniger arm. Das ist kein Skandal, sondern einer der grössten Fortschritte der Menschheitsgeschichte.

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