Wie nachhaltig gefährlich sich Migration aus muslimischen Ländern auf die westliche Gesellschaft auswirkt, zeigt eine neue Studie in Deutschland.
11,5 Prozent der unter 40-jährigen Muslime in Deutschland äussern offen islamistische Ansichten, weitere 33,6 Prozent gelten als latent radikalisiert. Zu diesem Schluss kommt der neue Motra-Monitor, eine vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierte Studie.
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Mit anderen Worten: 45 Prozent aller jüngeren Muslime in Deutschland neigen zu einer radikalen Form des Islam, die nicht mit westlichen Werten und der Verfassung vereinbar ist.
Gemäss der Motra-Studie ist der Nahost-Konflikt, namentlich der Krieg zwischen Hamas und Israel, ein Brandbeschleuniger. Soziale Medien dienten als Hauptquelle für islamistische Propaganda und würden zur Enthemmung beitragen.
Die ausgewiesene Radikalisierung sei eine «massive Sicherheitsbedrohung», sagt Manuel Ostermann, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.
Der Islamismus sei derzeit die realste Bedrohung für Leib und Leben in Deutschland, so Ostermann in einem Interview mit der Welt.
Aus Sicht der Sicherheitsbehörden hat sich das Problem seit Jahren aufgebaut und wird von Politikern allzu oft unterschätzt.
Ostermann kritisiert politische Korrektheit und fordert härteres Vorgehen gegen extremistische Strukturen und islamistische Netzwerke.
«Gerade die Migrationskrise, die völlig unkontrolliert vonstattenging», habe die Radikalisierung beschleunigt. «Am Ende … ist unsere grösste Schwäche die politische Korrektheit, die uns immer wieder lähmt und hemmt», so Ostermann. «Und das genau nutzen diese Extremisten, diese Verfassungsfeinde, um Deutschland hier offen anzugreifen.»
Der Motra-Monitor ist ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das gewaltbezogene Radikalisierung, Extremismus und Terrorismus analysiert. Das Projekt wird von der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus des Bundeskriminalamtes koordiniert.
Ein ausführliches Weltwoche-Gespräch mit dem stellvertretenden Polizeigewerkschaftschef Manuel Ostermann zu diesem Thema sehen Sie hier: